Unterschiede in Argentinien & Update

¡Hola!

Ich habe ja schon oft gesagt, dass es hier viele Unterschiede zu Deutschland gibt, hier noch ein paar Beispiele:

– In der Schule ist das Schüler-Lehrer Verhältniss sehr sehr locker. Die Lehrer werden geduzt und mit Vornamen angesprochen. Wenn man den Lehrer schon länger kennt wird er auch mal mit einem Küsschen auf die Wange begrüßt. Besonders hier in meinem kleinen Dorf ist es so, dass viele Schüler ihre Eltern als Lehrer haben und sie diese dann auch mit „Mama“ im Unterricht ansprechen.

– Hier kommt es öfters vor, dass mal für ein paar Minuten der Strom ausfällt. Das kommt oft zu blöden Situationen, wenn man z.b. unter der Dusche steht oder besonders Schade war es einmal bei mir in Informatik, wo wir dann leider den Unterricht nicht fort führen konnten.

– Die Argentinier sind auf keinerlei Wetterschwankungen vorbereitet. Wenn es mal 5°C kälter ist als gewohnt oder es etwas stärker regnet, bleibt man Zuhause im Bett und geht auch schonmal nicht zur Schule.

– Die Häuser haben keine Briefkästen. Die Briefe werden entweder durch einen Briefschlitz an der Tür geworfen oder unter der Tür durchgeschoben. Pakete werden selten verschickt und müssen wenn dann von der Post abgeholt werden.

– So gut wie keine Tür innerhalb eines Hauses hat ein Schloss, nicht einmal die Klotür. Außderdem gilt es als unhöflich die Tür eines Raumes zu zu machen.

– Die Stromkabel und Leitungen verlaufen, wie in den meisten anderen Ländern auch, ausserhalb und über Masten an der Straße.

– Es gibt keinen Abfluss neben der Straße und jedes mal wenn es geregnet hat ist es ein kleines Abenteuer über die Straße zu gehen ohne in eine Pfütze zu tretten, da alles flach ist und die Straßen seitlich etwas nach unten gehen.

– Die Mülltonne ist ein ca. 1.50m hohes Drahtgestell, damit die Straßenhunde nicht dran kommen. Die Müllabfuhr kommt jeden Abend und der Müll wird auch nicht getrennt.

-Hier ist jeder selber für den Gehweg vor seinem Haus verantwortlich, deswegen gebt es ungefähr alle 10m ein neues Pflaster.

– Hier wird sehr viel mit Händen gestikuliert wenn man kommuniziert und außerdem gibt es viel Körperkontakt währendessen. Zum Beispiel wird die Hand auf die Schulter gelegt und man steht sehr nah beieinander.

-Die Autos sind hier innerorts sehr schnell unterwegs. Geschwindigkeitsbegrenzungen und Zebrastreifen werden grundsätzlich ignoriert. Die Meisten sind nach dem Motto „Lieber hupen statt bremsen“ unterwegs. Als ich den Argentinier von unserern Fußgängerzonen erzählt habe, bzw. Bilder von unserer Altstadt gezeigt habe, konnten die gar nicht glauben, dass dort keine Autos fahren.

– Und was ich schon sehr oft erwähnt habe ist, dass die Menschen hier unglaublich nett sind. Als ich am Anfang her gekommen bin wurde ich gleich von sämtlichen Freunden und Verwanten umarmt und mit einem Küsschen auf die Wange begrüßt, sogar von manchen Lehrern, was dann schon etwas komisch  war. Wenn jemand erfährt, dass ich aus Deutschland komme, sagen sie immer: „Ahhh Alemania“ und wollen sich mit mir unterhalten und diskutieren ob Deutschland jetzt das Beste Bier hat oder nicht. Jede Person hier ist sehr freundlich und offen, und das auch von Herzen. Nicht so wie in Deutschland, wo man dann genervt mal „Guten Tag“ sagt, weil man es halt so macht aus Höflichkeit. Wenn dir jemand, oft fremdes, entgegen kommt und fröhlich sagt: „¡Hola! ¿Que tal?“ (Hallo? Wie geht’s?) ist man gleich viel besser drauf. Und im allgemeinen sind hier alle viel besser drauf und es ist so viel schöner wenn alle nett zueinander sind. Dadurch fühle ich mich richtig wohl hier und diese Freundlichkeit der Argentinier werde ich mit am meisten vermissen.
So das waren jetzt einige Dinge, die mir in letzter Zeit so aufgefallen sind. Theoretisch könnte ich die Liste noch ewig weiter führen, denn das hier ist einfach eine komplett andere Welt.

In fast genau 3 Wochen geht es schon wieder zurück nach Deutschland. Mir geht es immer besser hier, da ich mich endgültig eingelebt habe und auch immer mehr vom der Sprache verstehe. Ich bekomme oft Komplimente dafür, dass ich so gut Spanisch rede, was mich natürlich freut, aber ich will aber gar nicht wissen wie es sich wirklich anhört. Auf jeden Fall ist es noch sehr weit weg von perfekt und ich will die letzten Wochen noch nutzen um mehr Vokabeln zu lernen und vielleicht auch eine Vergangenheitsform/Zukunftsform, von denen es in Spanisch gefühlte 20 gibt. Und es tut mir Leid, wenn ich ein paar Rechtschreibfehler habe. Ich dachte nie, dass ich irgendwelche Probleme damit haben werde, da ich ja auch mit Leuten über Whatsapp schreibe. Es ist aber schon etwas anderes wenn man wirklich auf die Rechtschreibung achten muss. Ich merke es wenn Jose mich etwas zur Grammatik frägt, weil sie gerade Deutsch lernt, und ich selber keine Ahnung habe ob es „in einem kleinen Haus“ oder „einem kleinem Haus“ ist.

¡Nos vemos!
Benita 

P.S Tur mir Leid aus irgend einem Grund kann ich keine Bilder hinzu fügen

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