Abschlussbericht

3 Monate war ich jetzt hier im wunderschönen ARGENTNIA. Als ich damals mit dem Flugzeug in Rosario gelandet bin und ich mit meiner Familie durch die Stadt gefahren bin, habe ich erstmal gemerkt, was es doch ein großer Unterrschied ist zwischen Europa und Südamerika. Einfach alles ist anders und selbst jetzt nach 12 Wochen fallen mir immer noch neue Dinge auf. Ich hatte definitiv eine Kulturschock und so richtig überwunden habe ich denn erst nach ca. 2 Monaten denke ich.

Meine Gastfamilie hat mich wie ein eigenes Kind aufgenommen und ich konnte mit meinen Gasteltern über alles reden. Sie waren sehr verständnisvoll und haben mir immer alles fünf mal erklärt, wenn ich etwas nicht verstanden habe und mir somit sehr mit meinem Spanisch geholfen. Auch meine anderen „Verwandten“ haben mich behandelt wie ihre Nichte, Cousine, Enkelin. Dafür bin ich allen sehr dankbar, denn dass hat es mir sehr leicht gemacht mich hier einzugewöhnen und mich wohl zu fühlen. Das weiß ich sehr zu schätzen, denn ich habe auch von anderen Austauschschülern mitbekommen, dass es auch ganz anders verlaufen kann.
Außerdem sehr geholfen hat mir natürlich Jose. Sie hat immer alles für mich übersetzt und anfangs habe ich nur über sie kommuniziert. Ohne sie wäre ich komplett aufgeschmissen gewessen, vor allem in der Schule. Und natürlich ist sie eine super Freundin für mich, vor allem jetzt am Ende verstehen wir uns richtig gut und ich freue mich wenn sie nach Deutschland kommt.
Ebenfalls sehr dankbar bin ich meinen Klassenkameraden. Ich war an meinem ersten Schultag so aufgeregt und ich weiß noch wie überstürzt ich mir vorkamm als alle mich umzingelt haben, mir Fragen stellen wollten und ich einfach kein Wort verstanden habe. Alle waren so nett und offen und haben mich sehr schnell in die Klassengemeinschaft aufgenommen. Ja, die Schule war langweilig, aber trotzdem bin ich meistens gerne hin gegangen, weil ich mich einfach wohl gefühlt habe.
Und natürlich auch sehr wichtig waren mir die anderen Austauschschüler von meiner Schule. Wir haben uns einfach so gut verstanden, haben über unsere Probleme gesprochen und über unsere verschiedenen Kulturen ausgetauscht. Es war sehr toll Leute zu haben, die die gleichen Erfahrungen machen.
Und was ich bestimmt schon 100 mal gesagt habe ist wie unglaublich nett die Argentinier sind. Alle sind so offen, sympatisch und auch interessiert an einem. Man kann sich da eigentlich gar nicht unwohl fühlen. Diese Freundlichkeit werde ich auf jeden Fall vermissen.
In diesen drei Monaten habe ich so viele Erfahrungen gesammelt und Erlebnisse gemacht, die ich nie vergessen werde und für die ich sehr dankbar bin. Ich habe viel über meine Kultur und Deutschland erfahren. Die ersten paar Wochen habe ich vor allem gelernt, dass es mir sehr gut in Deutschland geht. Anfangs dachte ich mir: „Oh gott unter welchen Umständen lebt denn bitte meine Gastfamilie?“ Doch jetzt ist das ganz normal für mich und ich kenne Leute hier denen es viel schlechter geht. Ich bewundere die Argentinier für die Lebensfreunde, die sie haben und das sie immer das Positive sehen, auch wenn sie viele Probleme im Land haben und es vielen schlecht geht.
Auch wenn ich nicht ganz freiwillig nach Argentinien gegangen bin, war es die beste Entscheidung und ich würde es auf jeden Fall nochmal machen. Argentinien ist ein unglaublich vielfältiges und wunderschönes Land.
Natürlich war mein Aufenthalt nicht perfekt und ich hatte auch Probleme. Manchmal war ich der glücklichste Mensch hier und manchmal dachte ich mir: „Freue ich mich jetzt schon auf Deutschland, wenn…“ Zum Beispiel war ich Nachmittags oft alleine Zuhause und wusste nicht was ich machen soll und ich habe ein großes Problem mit dem Essen hier. Außerdem hatte ich natürlich Probleme mit der Sprache. Jetzt nicht die Kommunikation, die hat immer geklappt, auf englisch oder spanisch, das Problem war, dass ich nichts verstanden habe. Wenn jetzt jemand mit mir redet verstehe ich es, aber zb. in der Schule oder wenn Leute sich schnell untereinander unterhaltend, habe ich keine Chance mitzureden. Das hat oft dazu geführt, dass ich bei Verwandten Besuche und eben in der Schule einfach nur stundenlang still da sitzen musste. Ich habe aber aus diesen Problemen gelernt und das Wichtigste, ich bin immer positiv geblieben und habe an den schönen Momenten festgehalten, von denen es weitaus mehr gab.
Mein Highlight waren auf jeden die Wasserfälle. Nicht nur weil diese natürlich unglaublich schön sind, sondern auch weil mich so gut mit meiner Familie verstanden habe und ich so viel erlebt habe in Brasilien und Paraguay.
Tolle Momente hatte ich natürlich auch immer wenn ich etwas mit Leuten gemacht habe, wir was mit Freunden unternommen haben und ich dazu gehört habe und nicht ‚Die Deutsche‘  war. Oder ich mich einfach unterhalten konnte und es funktioniert hat. Auch wenn die Leute, mit denen ich rede, meistens 80% der Zeit reden, habe ich doch sehr viel Spanisch gelernt. Natürlich ist mein Spanisch weit weg von flüssig und meine Grammatik nicht vorhanden, aber das kann ja noch werden 😉

Am Samstag Nacht (bzw. ja eigentlich erst Sonntag) hatte ich eine wunderschöne Abschlussparty. Meine Freunde haben sich sehr viel Mühe gegeben die Terasse mit Deutschland und Argentinien-Flaggen dekoriert. Fast meine ganze Klasse ist gekommen und das hat mich echt gefreut,  denn ich dachte es kommen vielleicht zehn Leute. Meine Freunde haben mir einen Mate-Becher und Süßigkeiten geschenkt und von meiner Klasse habe ich eine sehr nette Karte bekommen. Ich dachte echt nicht, dass ich allen so viel bedeute, dass sie sich so eine Mühe mache. Das ganze macht mir dem Abschied noch ein kleines Stück schwerer.

Insgesamt bleibt mir der Austausch positiv in Erinnerung und ich würde es auf jeden Fall nochmal tun. Besonders jetzt erst am Ende habe ich mich richtig eingelebt, ich habe was verstanden, konnte mich unterhalten. Ich bin sehr zufrieden hier und so wirklich freuen tue ich mich nicht auf meinen Abschied.
Auch wenn es mich manchmal genervt hat in so einer Kleinstadt mitten im nichts zu wohnen, war es eigentlich viel besser. Dadurch das hier jeder jeden kennt, wurde ich schnell Teil der „San Justo – Gemeinschaft“ und ich fühle mich echt wohl hier. San Justo ist auf jeden Fall eine zweite Heimatstadt für mich geworden.
Ich werde die Leute hier unglaublich vermissen. Meine Freunde, Klassenkameraden und Familie. Ich hatte eine unglaubliche schöne und lehreiche Zeit hier und kann mir gar nicht vorstellen Argentinien zu verlassen, aber ich weiß, falls ich jemals wieder kommen werde, bin ich willkommen.

Argentina, sos hermoso, te amo y voy te extrañar. Gracias por todo❤

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